FAQ - häufig gestellte Fragen
Was ist Craniosacrale Körperarbeit?
Die Craniosacrale Körperarbeit orientiert sich an den feinen Bewegungen der Rückenmarks- und Gehirnflüssigkeit, dem craniosacralen Rhythmus, der sich zwischen Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein ausbreitet. Diese sanfte, ganzheitliche Methode berücksichtigt aber auch die Beweglichkeit der Schädelknochen, Rückenmarkshäute sowie deren Verbindung zu Bindegewebe und Faszien.
Gerät dieser natürliche Rhythmus aus dem Gleichgewicht, können Spannungen und Blockaden entstehen, die durch gezielte, sanfte Berührungen wahrgenommen und gelöst werden.
Eine Cranio wirkt beruhigend auf Körper und Geist und unterstützt die natürlichen Selbstheilungskräfte. Sie kann helfen, Stress zu reduzieren, die innere Ausgeglichenheit zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
Cranio-Sacral-Therapie eignet sich für Menschen jeden Alters und kann sowohl begleitend zu anderen Therapien als auch eigenständig angewendet werden.
Ihre Wurzeln gehen auf den osteopathischen Arzt William Garner Sutherland zurück. Er entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts die sogenannte „craniale Osteopathie“, aus der später die heutige Cranio-Sacral-Therapie hervorging. Später machte John E. Upledger die Methode auch außerhalb der klassischen Osteopathie bekannt.
Upledger entwickelte daraus eine sanfte, eigenständige Körperarbeit, die den craniosacralen Rhythmus nutzt, um die Selbstregulation des Körpers zu unterstützen.
Heute wird die craniosacrale Arbeit weltweit angewendet, um Entspannung, Körperwahrnehmung und innere Balance zu fördern.
Was muss ich vor / nach einer Cranioauszeit beachten?
- trinke vorher und anschließend ausreichend
- ziehe bequeme Kleidung und warme Strümpfe an
- wenn möglich, gönn dir anschließend Ruhe!
- die Craniosacrale Körperarbeit wirkt noch einige Tage nach
Welche Wirkungen sind möglich?
Jede Cranioauszeit ist einzigartig und darf sich ganz individuell entfalten.
Gleichzeitig berichten viele Menschen von ähnlichen Eindrücken und Empfindungen.
Oft entsteht ein Gefühl tiefer Ruhe und Entspannung.
Gedanken können leiser werden, der Körper weicher und entspannter wirken.
Manche erleben dabei das Gefühl, wieder mehr mit sich selbst verbunden zu sein.
Auch auf körperlicher Ebene können feine Wahrnehmungen entstehen –
zum Beispiel Wärme, ein sanftes Pulsieren oder das Gefühl von Fließen im Körper.
Mitunter löst sich Spannung spürbar, begleitet von einem tiefen Durchatmen.
Es kann sich Leichtigkeit und innere Weite zeigen,
oder auch ein angenehmes Gefühl von Müdigkeit, Schwere, Ruhe und Erdung.
Manchmal berührt eine Sitzung auch emotionale Ebenen.
Alles, was dabei auftaucht, darf achtsam und wertfrei wahrgenommen und gehalten werden.
Es gibt dabei kein Müssen und kein bestimmtes Ziel.
Es darf sich genau das zeigen, was im jeweiligen Moment da ist.
Diese Reaktionen werden oft als „Regulations- oder Verarbeitungsprozesse“ des Körpers interpretiert, zeigen dass der Körper sich neu ausrichtet/ reguliert und sind in der Regel von kurzer Dauer.
Kann ich eine Cranioauszeit mit anderen Behandlungen kombinieren?
JA! Die craniosacrale Körperarbeit lässt sich in vielen Fällen gut mit anderen Behandlungen kombinieren.
Sie wird oft sogar begleitend eingesetzt, weil sie sehr sanft ist und regulierend auf das Nervensystem wirkt.
Wichtig dabei!
- Die Behandler sollten voneinander wissen, damit sich die Ansätze nicht widersprechen.
- Auf den eigenen Körper hören: Manche Menschen brauchen nach einer Cranioauszeit erst einmal Ruhe, bevor sie etwas Kräftigeres machen.
- Bei akuten Erkrankungen, schweren neurologischen oder psychiatrischen Diagnosen immer vorher ärztlich abklären. -
- Mein Angebot ist ausschließlich begleitend und präventiv zu verstehen, nicht therapeutisch!
Wie oft bzw in welchem Abstand sollte ich eine Cranioauszeit machen?
- Dies ist nicht ganz einfach zu beantworten, da es sehr individuell ist und von der Dauer und der Art deines Anliegen abhängig ist.
Aber in den meisten Fällen ist es sinnvoll in einem 3-4 Wochen Rhythmus zu starten. Selten in einem wöchentlichen Rhythmus.
Nach einigen Sitzungen wird der Abstand zwischen den Sitzungen länger, langfristig, zur Prävention sind 4 Sitzungen im Jahr sinnvoll.
Aber auch diese Angaben sind alle individuell zu betrachten.
Was ist der Craniosacrale Rhythmus?
Der craniosacrale Rhythmus ist eine sehr feine, langsame wellenartige Bewegung, wie Ebbe und Flut, die durch die Bildung und den Fluss der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit entsteht. Diese Flüssigkeit umspült Gehirn und Rückenmark und bewegt sich rhythmisch – ungefähr 6–12 Mal pro Minute.
Man kann sich das ein bisschen wie ein sanftes Ein- und Ausdehnen vorstellen, das sich im ganzen Körper fortsetzt, besonders im Kopf, entlang der Wirbelsäule und bis zum Kreuzbein.
Warum ist das wichtig zu wissen ?
- Er gilt als Zeichen dafür, ob das Nervensystem im Gleichgewicht ist.
- Ist der Rhythmus frei und gleichmäßig, fühlen sich viele Menschen entspannter, klarer und ausgeglichener.
- Einschränkungen werden in der craniosacralen Körperarbeit oft mit Stress, Schmerzen oder Spannungen in Verbindung gebracht.
Kurz gesagt:
Der craniosacrale Rhythmus ist wie ein leiser Taktgeber des Körpers, der zeigt, wie gut Kopf, Nervensystem und Körper zusammenarbeiten.
Was hat der Vagusnerv mit der craniosacralen Körperarbeit zu tun?
Vagusnerv ist der zehnte Hirnnerv (N. vagus) und einer der wichtigsten Nerven des parasympathischen Nervensystems. Er wird oft als „Ruhenerv und Erholungsnerv“ bezeichnet, weil er viele Körperfunktionen beeinflusst, beruhigt und reguliert. Zum Beispiel den Puls, Blutdruck, die Atmung, Verdauung und das Immunsystem.
Er reguliert, wie angespannt oder ruhig wir sind - körperlich wie emotional.
Er zieht vom Hirnstamm aus durch Hals, Brustraum bis zum Bauch und verzweigt sich stark, sodass er viele Organe direkt beeinflusst. Er verbindet somit Gehirn, Herz, Lunge und Verdauungsorgane miteinander.
Die Verbindung zwischen dem parasympathischen Nervensystem/ Vagusnerv und der craniosacralen Körperarbeit ergibt sich über sanfte Haltepositionen z.B. am Schädel und Kreuzbein und können die Aktivität des Vagusnervs anregen. Durch diese sanfte Methode können Anspannungen gelöst werden, was die Nervenfunktion positiv unterstützt und dadurch zu mehr Wohlbefinden beitragen kann.
Durch die Aktivierung des Vagusnervs während der Craniosacralen Arbeit sinkt Stress, der Körper beruhigt sich, Organe und Muskeln entspannen, und die Selbstheilungskräfte können gestärkt werden.
Kurz gesagt:
Der Vagusnerv ist wie die „Entspannungsleitung“ des Körpers. Craniosacrale Körperarbeit nutzt sanfte Berührungen, um diese Leitung zu aktivieren und das Nervensystem ins Gleichgewicht zu bringen.